Markenkern Content

By: Janine Hammer | 19 Feb 2016

Ansgar Zerfaß gilt als einer der renommiertesten Kommunikations- und Medienwissenschaftler der Gegenwart. Im Interview beleuchtet der Autor dutzender Fachbücher und Studien die Rolle von Agenturen wie Westend-PR, betrachtet die Herausforderungen und Chancen der Kommunikation in der Zukunft. Auch für den Wahl-Leipziger steht fest, „die Qualität von Inhalten wieder in den Vordergrund zu rücken“.

 

Herr Professor Zerfaß, die Agentur Westend-PR feierte kürzlich ihr 20-jähriges Firmenjubiläum. Im gleichen Zeitraum hat ein tiefgreifender Wandel der Kommunikationslandschaft stattgefunden, der sich weiter fortsetzt. Wie schätzen Sie diesen Meilenstein ein und was macht aus Ihrer Sicht die solide Entwicklung der Agentur aus?

Die positive Entwicklung in diesem dynamischen Umfeld zeigt, dass es Westend-PR immer wieder gelungen ist, solide Leistungen zu erbringen, gute Mitarbeiter zu motivieren und letztlich auch die Trends der Zeit zu erkennen. Als viele noch an klassische Pressearbeit dachten, wurden die Chancen von Corporate Media und später von sozialen Medien erkannt und genutzt. Hinzu kommt natürlich, dass Leipzig ein attraktiver Standort für kreative Köpfe ist, die hungrig auf neue Ideen sind. Das war eine gute Basis, um auch über die Region hinaus zu wachsen.

 

Wie kann eine breit aufgestellte und auf Vernetzung bauende Agentur wie Westend-PR ihre Stärken in Zukunft noch besser ausspielen?

Der Markt der Kommunikationsdienstleister wird immer wettbewerbsintensiver. Wer sich hier positionieren will, benötigt einen klaren Markenkern und ein Verständnis für die Wertschöpfungsketten der Auftraggeber. Westend-PR hat sich auf Content-Strategien und Content-Erstellung spezialisiert. Das ist sicher eine gute Ausgangsposition auch für die Zukunft. Wichtig wird es sein, das durch strategische Partnerschaften zu ergänzen. Die Internationalisierung ist beispielsweise eine große Herausforderung für viele mittelständische Unternehmen, ebenso ist es im Kreativbereich die visuelle Kommunikation zum Beispiel über Webvideos und mobile Apps. Dienstleister müssen hier gut aufgestellt sein und Innovationen anbieten.

 

Wie schätzen Sie die Rolle von PR-Agenturen vor dem Hintergrund der sich wandelnden Kommunikationslandschaft ein?

Es gibt, auch das zeigen unsere aktuellen empirischen Studien, vor allem zwei Gründe, warum Auftraggeber in Deutschland auf PR-Agenturen und andere Dienstleister zurückgreifen: der Bedarf an operativer Unterstützung sowie an Kreativität und Innovation. Als Dienstleister muss man sich dieser Anforderungen bewusst sein und sich entweder spezialisieren oder aber sehr deutlich machen, wer und welches Team welche Leistungen erbringen kann.

 

Welche Herausforderungen und welche Vorteile ergeben sich für Unternehmen aus der Zusammenarbeit mit PR-Agenturen?

Es sind vor allem die bereits genannten beiden Gründe und Vorteile, die aus Sicht der Auftraggeber von Bedeutung sind. Bei einigen Unternehmen kommen andere Punkte hinzu. Beispielsweise die Expertise von Agenturen in bestimmten Märkten oder Regionen und die Kompetenz bei bestimmten Kommunikationsinstrumenten oder Trends. Manche schätzen auch den Blick von außen auf die eigene Arbeit, das Überwinden von Denkblockaden. Aber diese Vorteile werden nur von einer Minderheit der Auftraggeber in Deutschland genannt. Viele Agenturen, das zeigen unsere Studien, schätzen das anders ein. Diese Wahrnehmungslücke gilt es zu schließen – nur wer seine Kunden und deren Motivation versteht, wird sich erfolgreich weiterentwickeln können.

 

Gekürzte Fassung. Weiter zum kompletten Interview mit Ansgar Zerfaß.

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